Frankreich als Vorbild?: Onay: Paris-Votum für autofreie Straßen ist tolles Signal

In Paris sollen Autos bald aus etlichen Straßen der Stadt weichen. Für den Oberbürgermeister von Hannover ist die Abstimmung ein Vorbild, das in Deutschland Nachahmer finden sollte.

Das Votum für Sperrungen Hunderter Pariser Straßen für Autos ist aus Sicht von Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay ein gutes Zeichen. „Die Signale oder die Entwicklung in Paris sind natürlich sehr, sehr bemerkenswert und sehr erfreulich“, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. 

In der französischen Hauptstadt hatte sich am Wochenende bei einer Bürgerbefragung eine klare Mehrheit dafür ausgesprochen, Hunderte Pariser Straßen künftig für Autos zusperren. Die Bürgermeisterin der Stadt, Anne Hidalgo, sagte in einer Reaktion, dass es jetzt in die Umsetzung gehe. 

Neue Dimensionen 

Was in der französischen Metropole forciert wird, ist Onay zufolge in nahezu jeder europäischen Großstadt in der Diskussion. „Jetzt autofreie Straßenzüge in dieser neuen Dimension zu beschließen, ist ein sehr wichtiger und großer Schritt“, sagte der Oberbürgermeister, der mit seinen Plänen einer fast autofreien Innenstadt für Hannover schon bundesweit Schlagzeilen machte. 

In Paris stimmten konkret vier Prozent der knapp 1,4 Millionen eingetragenen Wählerinnen und Wähler dafür, 500 Straßen zu begrünen und für Autos dichtzumachen. In jedem der 20 Stadtviertel dürften es etwa 25 sein. Die Umsetzung wird wohl drei bis vier Jahre dauern. Wobei das Vorhaben bisher nicht in trockenen Tüchern ist. 

Direkter Einfluss auf Grünflächen, Spielplätze und Wirtschaft 

Onay findet vor allem die Möglichkeit spannend, dass Menschen in der Stadt selbst solche Veränderungen initiieren und beschließen können. Derartige Entscheidungen und Veränderungen haben seiner Überzeugung nach sofort einen direkten Einfluss auf die Bordsteinkante, auf die Grünfläche, auf den Spielplatz, auf die Wirtschaft und den Einzelhandel. 

„Wir müssen dafür auch Lösungen in Deutschland finden“, forderte Onay und sieht dabei den Bund in der Pflicht. Er wünsche sich mit Blick auf eine Verkehrswende, dass die Bundesebene bereit sei, bei dieser verkehrlichen Veränderung den Kommunen viel mehr zuzutrauen und viel mehr Spielraum zu lassen.