Literatur: Kristine Bilkau mit Preis der Leipziger Buchmesse geehrt

Kristine Bilkau gewinnt den Belletristik-Preis der Leipziger Buchmesse für „Halbinsel“. Ein leises, aber eindringliches Buch über Generationenkonflikte, Klimathemen und die großen Fragen unserer Zeit.
Die Autorin Kristine Bilkau hat den Belletristik-Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen. Die 50-Jährige wurde für ihren Roman „Halbinsel“ ausgezeichnet, wie die Jury bekanntgab. Bilkau zählt zu den namhaftesten Autorinnen in Deutschland.
Darin erzählt die in Hamburg lebende Schriftstellerin von einer Mutter-Tochter-Beziehung. „Halbinsel“ ist ein eher leises Buch, das Themen behandelt, die in der Gesellschaft laut und hitzig diskutiert werden: die Klimakrise, die Letzte Generation, die Missverständnisse zwischen Jüngeren und Älteren.
„Kristine Bilkau schreibt mit feinem Einfühlungsvermögen über eine vielfache Entfremdung, über die Einsamkeit des Alterns und die Hoffnung auf Versöhnung“, sagte Jury-Mitglied David Hugendick.
Bilkaus Gewinnerroman behandelt große Fragen unserer Zeit
Bilkau erzählt sanft und unaufgeregt. Die Geschichte handelt von der alleinerziehenden, fast 50-jährigen Mutter Annette und ihrer Mitte-20-jährigen Tochter Linn. Diese beschäftigt sich mit der Klimakatastrophe und hat Umweltmanagement studiert. Nach einem Zusammenbruch zieht sie zurück zu ihrer Mutter an die Nordsee – und nach und nach tauchen in den Gesprächen und Gedanken die großen Fragen unserer Zeit auf.
Ob sie Klimaliteratur schreibe, wurde Bilkau in Leipzig gefragt. „Wenn das jemand so lesen möchte, würde ich mich dagegen nicht wehren“, antwortete sie. „Aus der Sicht der Tochter würde ich sagen, es ist einfach die Welt, es ist das Leben, es ist die Perspektive auf alles sozusagen. Es ist kein Thema oder keine Kategorie, sondern es ist ihre Existenz.“ Schon 2022 war Bilkau mit ihrem Vorgänger-Roman „Nebenan“ für den Deutschen Buchpreis nominiert.
Das sind die Gewinner im Bereich Sachbuch und Übersetzung
Der Preis der Leipziger Buchmesse wird in den drei Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzungen vergeben. Die Sieger erhalten je Kategorie ein Preisgeld von 15.000 Euro.
Bei den Sachbüchern gewann Irina Rastorgueva mit „Pop-up-Propaganda. Epikrise der russischen Selbstvergiftung“. Die 1983 in Russland geborene Autorin setzt sich darin mit der russischen Propagandamaschinerie auseinander. Rastorgueva lebt in Berlin.
Der Übersetzer Thomas Weiler wurde für seine Übertragung von „Feuerdörfer. Wehrmachtsverbrechen in Belarus – Zeitzeugen berichten“ aus dem Belarussischen geehrt. Weiler, geboren 1978 im Schwarzwald, überträgt Belletristik aus dem Polnischen, Russischen und Belarussischen.
Die Leipziger Buchmesse läuft noch bis zum Sonntag. Dort und auf dem dazugehörigen Lesefestival „Leipzig liest“ treten zahlreiche Autorinnen und Autoren aus dem In- und Ausland auf.
Leipziger Buchmesse Informationen zum Buch von Bilkau