Vermisstes Kind: Die Suche nach Pawlos läuft auf Hochtouren – Hoffnung liegt auf Luftballons

Seit zwei Tagen ist der sechsjährige Pawlos aus Weilburg verschwunden. Der Junge ist autistisch veranlagt und soll sehr schreckhaft sein. Was wir bislang wissen – und was nicht.

Was ist passiert?

Am Dienstagmittag verließ Pawlos, ein laut den Behörden „autistisch veranlagter“ Junge, seine Grundschule im mittelhessischen Weilburg im Kreis Limburg-Weilburg. 

So sieht der vermisste Pawlos aus
© Polizei

Der Sechsjährige wurde danach im Bahnhofsbereich gesehen und hat dafür vermutlich auch eine Bundesstraße überquert. Seitdem fehlt von dem Kind jede Spur. Pawlos trug zuletzt einen gestreiften Pullover, eine graue Jeans und dunkle Sportschuhe mit grünem Muster. Er ist 133 Zentimeter groß und schlank. 

Diese Schuhe trug Pawlos am Tag seines Verschwindens
© Polizei

Wie sieht die Suche in Weilburg aus?

Hunderte Menschen beteiligen sich an der Suche nach Pawlos. Bereits am Dienstag und Mittwoch waren 600 Kräfte von Behörden, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk im Einsatz. Auch ein Helikopter und ein Boot wurden eingesetzt. Es gab zudem einzelne Hinweise aus der Bevölkerung, die aber bisher erfolglos blieben.

Auf auf dem Wasser wird nach Pawlos gesucht. Der Junge soll sehr schreckhaft sein
© Christian Lademann

Nach RTL-Informationen sucht die Polizei auch mithilfe der Stimme seiner Mutter nach dem Sechsjährigen. „Hier ist deine Mutter. Komm raus und versteck dich bitte nicht“, sagt sie auf dem Band, das die Polizei über Lautsprecher abspielt, sinngemäß auf eritreisch. Da das Kind Bus oder Bahn genommen haben könnte, wurde das Suchgebiet auch über Weilburg hinaus ausgeweitet.

Helfer verteilen auch bunte Luftballons und Knicklichter im Stadtgebiet Weilburg. Die Hoffnung: Pawlos mag Luftballons und könnte auf sie aufmerksam werden.
 

Was macht die Suche so schwierig?

Der Sechsjährige ist sehr schreckhaft. Deshalb warnt die Polizei davor, Pawlos direkt anzusprechen, wenn man ihn sehe – stattdessen solle man ihn nicht aus den Augen lassen und den Notruf wählen. Das Kind könnte sonst weglaufen und sich verstecken. Laut Polizei ist das auf seine autistische Veranlagung zurückzuführen. Laut RTL-Angaben schläft Pawlos außerdem immer mit Licht und fürchtet sich vor der Dunkelheit. 

Das Kind befindet sich vermutlich in einer hilflosen Lage und ist räumlich nicht orientiert. Der Bürgermeister von Weilburg bat die Bevölkerung über Instagram darum, auch in Ecken und Nischen sowie Kellern und Gärten nachzuschauen. 

Könnte es sich auch um eine Entführung handeln?

Die Polizei geht bisher nicht von einer Straftat aus. Für Hinweise aus der Bevölkerung hat sie eine Telefonnummer eingerichtet (06431 9140 599). 

Woran der Fall erinnert 

Im April 2024 ereignete sich in Bremervörde in Niedersachsen ein ähnlicher Fall. Der ebenfalls sechsjährige Arian war am Abend aus seinem Elternhaus weggelaufen. Eine Videokamera zeichnete ihn in der Straße seiner Eltern noch auf, danach verlor sich jede Spur. Auch Arian war autistisch. 

Bunte Hoffnungszeichen: Ehrenamtliche verteilen Ballons in der Hoffnung, Pawlos könnte darauf aufmerksam werden. Sie erinnern an den Fall Arian aus dem vergangenen Jahr
© Thomas Frey

Helfer verteilten damals ebenfalls Ballons im Stadtgebiet und legten Süßigkeiten aus. Tagelang wurde Arian mit hunderten Helfern mit einer bis dato beispiellosen Suchaktion gesucht – am Ende vergeblich. Ein Landwirt fand seine Leiche zwei Monate später bei Mäharbeiten auf einer Wiese. Hinweise auf Fremdverschulden gab es keine. Die Ermittlungen sind abgeschlossen.