Notfälle: Polizei: Suche nach vermisstem Pawlos „wird nicht enden“

Hat der Einsatz eines Aufklärungsflugzeugs Hinweise auf den vermissten Pawlos gebracht? Die Auswertung der Bilder läuft. Parallel geht die Polizei weiter Hinweisen aus dem ganzen Bundesgebiet nach.

Auch an Tag acht fehlt von dem im mittelhessischen Weilburg vermissten sechsjährigen Pawlos weiter jede Spur. Die am Vortag mit Hilfe eines Aufklärungsflugzeugs der Bundeswehr erstellten Bilder seien in der Auswertung, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Dabei kämen technische Mittel zum Einsatz, die er nicht näher benannte. Wie viel Zeit die polizeiliche Auswertung in Anspruch nehmen werde, lasse sich nicht sagen.

Der Erstklässler, der nach Polizeiangaben eine „autistische Veranlagung“ hat, war am Dienstag vergangener Woche nach dem gemeinsamen Mittagessen aus seiner Förderschule in Weilburg weggelaufen. Zuletzt war ein Video aufgetaucht, das ihn laut Polizei „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ zeigt. Darauf sei zu sehen, wie das Kind auf einer stark befahrenen Straße stehe. Ein Verkehrsteilnehmer begleite ihn daraufhin von der Fahrbahn.

Bisher kein entscheidender Hinweis 

Nach Polizeiangaben hatte der Mann unmittelbar danach den Polizeinotruf gewählt und seine Beobachtungen geschildert, doch sei der Junge davongelaufen. Auch weitere Anrufer meldeten sich, die Polizei sei bereits kurz darauf vor Ort gewesen, hatte das Kind aber nicht finden können. 

Noch am Tag von Pawlos‘ Verschwinden war eine große Suchaktion in Weilburg und der Umgebung mit zeitweise Hunderten beteiligten Einsatzkräften und Helfern angelaufen. Am Vortag hatte sich auch die Bundeswehr an der Suche nach dem Kind beteiligt. Dazu startete vom Fliegerhorst Nörvenich aus am Nachmittag ein für Luftaufklärung ausgerüsteter Eurofighter, um hochauflösende Aufnahmen zu liefern. 

Polizei will Lage am Freitag neu bewerten

Ähnlich wie am Dienstag war auch am Mittwoch neben einem Polizeiboot auf der Lahn eine niedrige bis mittlere zweistellige Zahl an Beamten in und um Weilburg unterwegs – als Ansprechpartner für die Bevölkerung und auch als mögliche Anlaufstelle für Pawlos. 

In ähnlichem Maß soll die Suche auch an diesem Donnerstag fortgesetzt werden, bevor dann voraussichtlich am Freitag eine neue Lagebewertung vorgenommen werde. Dabei werde es um die aktiven Suchmaßnahmen an Land gehen, sagte der Sprecher. Klar sei: „Die Suche selbst nach Pawlos wird nicht enden.“ 

Man gehe weiter Hinweisen aus dem gesamten Bundesgebiet nach, die Ermittlungen dauerten an, sagte der Sprecher. Auch in der Lahn solle wieder mit Tauchern gesucht werden, wann genau, stehe aber noch nicht fest. Grundsätzlich hoffe man weiterhin, das Kind lebend zu finden, sagte der Polizeisprecher. „Wir müssen aber auch ehrlich sein: Die Wahrscheinlichkeit wird geringer.“