Rekord: Senator Cory Booker hält eintägige Rede im Senat – gegen Donald Trump

Von Montag- bis Dienstagabend steht der Demokrat Cory Booker im US-Senat und redet gegen die Politik von Präsident Donald Trump an. Er geht in die Geschichtsbücher ein.
Mit einer mehr als 25 Stunden langen Rede gegen die Politik von Präsident Donald Trump im US-Senat hat der Demokrat Cory Booker einen Rekord gebrochen. Der Senator aus dem Bundesstaat New Jersey begann seine Ansprache in der Parlamentskammer am Montagabend (Ortszeit) – und war erst nach 25 Stunden und fünf Minuten fertig. Den Rekord hatte er bereits nach 24 Stunden und 19 Minuten gebrochen. In der Parlamentskammer flammte Applaus auf.
„Ich erhebe mich heute Abend, weil ich ehrlich glaube, dass unser Land sich in einer Krise befindet“, sagte Booker. „Das sind keine normalen Zeiten.“
Der Senator und frühere Präsidentschaftsbewerber kritisierte unter anderem Trumps radikale Kürzungen des Staatsapparats mit der Entlassung von tausenden Angestellten des öffentlichen Dienstes. Booker warf dem Rechtspopulisten auch vor, immer mehr Macht an sich zu reißen und damit die US-Demokratie zu gefährden. Er sprach dabei von einem „verfassungswidrigen“ Vorgehen Trumps.
Über 25 Stunden: Im US-Senat gab es die längste Rede der Geschichte
„In nur 71 Tagen hat der Präsident der Vereinigten Staaten der Sicherheit der Amerikaner, der finanziellen Stabilität, den Grundlagen unserer Demokratie so viel Schaden zugefügt.“
Nach den Regeln der Kongresskammer darf ein Senator so lange sprechen, wie er will – solange ihm nicht das Wort entzogen wird und keine besonderen Beschränkungen für die Debatte gelten. Dabei muss er durchgehend stehen und darf sich nur mit minimalen Unterbrechungen äußern.
Die bis dahin bislang längste dokumentierte Rede in der Geschichte des US-Senats dauerte laut US-Medien mehr als einen Tag: Im Jahr 1957 sprach Senator Strom Thurmond demnach ganze 24 Stunden und 18 Minuten, um die Verabschiedung des Bürgerrechtsgesetzes zu verhindern.
Ähnliche Marathonreden hat es im US-Senat immer wieder gegeben. Sie sind unter dem Namen Filibuster bekannt als Mittel, Abstimmungen über Gesetze hinauszuzögern. Technisch gesehen war Bookers jetzige Rede kein Filibuster, weil im Senat keine Abstimmung über einen Gesetzestext anstand.