Fußball-Bundesliga: Leiden? Leidenschaft! Freiburgs Formel gegen Dortmund

Die Bilanz des SC Freiburg gegen den BVB ist miserabel. Dazu fällt Stammkeeper Atubolu aus. Die Breisgauer stehen vor einer hohen Hürde. Doch Trainer Schuster ist voller Zuversicht.
Ein Spieler, der die weiße Fahne hisst, sei ihm noch nicht über den Weg gelaufen, sagt Julian Schuster. Der Glaube, auch gegen Borussia Dortmund mal wieder gewinnen zu können, sei groß, versichert der Trainer des SC Freiburg. Neben der miserablen Bilanz gegen den BVB sprechen auch der Ausfall von Stammtorwart Noah Atubolu und die jüngste Formdelle der Badener nicht unbedingt für einen Heimsieg am Samstag (15.30 Uhr/Sky). Und dennoch wirkt Schuster zuversichtlich. Was er sehen will, ist vor allem Leidenschaft.
BVB mit neuem Mut – aber ohne Schlotterbeck
„Geschlossen, intensiv und aggressiv“ müsse seine Mannschaft agieren, sagt der Coach. Nach vier Siegen schwächelten die Freiburger zuletzt etwas und blieben in der Fußball-Bundesliga viermal in Serie ohne Dreier. Das Rennen um die Europapokalplätze wird immer spannender. Und sollten die Dortmunder, die nach dem 3:1 gegen den FSV Mainz 05 am vergangenen Sonntag zum x-ten Mal in dieser Saison neue Hoffnung schöpfen, nun auch in Freiburg gewinnen, wären auch sie wieder mittendrin. Beim kriselnden Revier-Riesen sei der Glaube zurück, so Schuster. Ausgerechnet jetzt, könnte man als SC-Fan meinen.
Zum 50. Mal stehen sich Freiburg und Dortmund in der Bundesliga gegenüber. Erst fünfmal haben die Breisgauer gewonnen, schon 33-mal verloren. Zuletzt gab es gegen die Westfalen gleich sechs Niederlagen in Serie – mit satten 24 Gegentoren. Der BVB habe nicht nur „enorm viel individuelle Qualität“, sondern sich auch „als Mannschaft wieder stabilisiert“, findet Schuster. Dass die Gäste ohne den gesperrten Ex-Freiburger Nico Schlotterbeck auskommen müssen, will der SC-Coach nicht überbewerten. Im Hinspiel hätte ihnen Torjäger Serhou Guirassy gefehlt, merkt er an – und dennoch gewannen die Borussen mit 4:0.
Vertrauen in Müller, Hoffnung bei Atubolu
Was also macht Schuster Mut, dass Freiburg am Samstag zurückschlägt? Vor allem die Heimstärke des SC. 26 ihrer bislang 42 Punkte haben die Badener in dieser Saison zu Hause gesammelt – nur vier Bundesliga-Teams holten mehr.
Dass Keeper Atubolu nach seiner am vorigen Sonntag gegen Union Berlin (1:2) erlittenen Kapselverletzung in der Schulter vorerst ausfällt, schmerzt die Freiburger zwar. Und Schusters „große Hoffnung, dass er in dieser Saison noch zum Einsatz kommt“, klingt nicht gerade nach einem allzu schnellen Comeback des 22-Jährigen. Das Vertrauen in Stellvertreter Florian Müller ist aber groß.
Müller hatte schon die ersten beiden Liga-Spiele der Saison bestritten. Auch Mitte Januar gegen den VfB Stuttgart stand der 27-Jährige im Kasten, gegen Union war er zuletzt eingewechselt worden. „Es ist natürlich von Vorteil für Flo und die Mannschaft, dass sie diese Erfahrungswerte haben, auch das Vertrauen und die Abstimmung“, sagte Schuster. Die Zuversicht beim Trainer ist ungebrochen. Vor der „tollen Herausforderung“ gegen Angstgegner BVB.