Einsätze: Hilfe zur Selbsthilfe: Feuerwehr fordert bessere Aufklärung

Die Feuerwehr in Mecklenburg-Vorpommern übernimmt viele Einsätze. Die Bevölkerung soll wieder lernen, sich auch selbst zu helfen. Dazu soll auch der Rostocker Warntag dienen.

Die Bevölkerung Mecklenburg-Vorpommerns sollte nach Ansicht des Landesbrandmeisters wieder verstärkt in die Lage versetzt werden, sich selbst zu helfen. „Von der Feuerwehr werden sehr viele Einsätze geleistet, die eigentlich nicht zur Feuerwehr gehören“, sagte Landesbrandmeister Hannes Möller der dpa. 

Beispielsweise würden die Feuerwehren oft gerufen, um kleine Äste von der Straße zu räumen. Diese könnten auch eigenständig beseitigt werden, rät Möller. Zudem müsse die Feuerwehr nicht bei jedem brennenden Papierkorb gerufen werden. Möller: „Das alles sind Einsätze, die vermeidbar sind.“ Bestehe Gefahr, sei die Feuerwehr natürlich zur Stelle. 

Forderung zur Delegiertenversammlung 

Anlässlich der 62. Delegiertenversammlung des Landesfeuerwehrverbandes Mecklenburg-Vorpommerns an diesem Samstag fordert Möller eine Novellierung des Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetzes des Landes. Durch klare Absteckung der Zuständigkeiten der Feuerwehren und eine bessere Aufklärung der Bevölkerung sollen die Feuerwehren entlastet werden. Man stehe dazu bereits in engem Austausch mit der Landespolitik. 

Zentrale Forderung des Verbandes sei es, die Bevölkerung wieder vermehrt zur „Selbsthilfe zu ertüchtigen“ und durch Ausbildung und Aufklärung den Bevölkerungsschutz zu stärken. Die detaillierte Umsetzung der Forderung sei ebenfalls Gegenstand der Gespräche.

Anlässlich der Versammlung verwies Innenminister Christian Pegel (SPD) unter anderem auf ein Millionenprogramm des Landes, wodurch mehr als 300 Feuerwehrfahrzeuge in Gemeinden verteilt wurden. Das Programm habe die Feuerwehren in MV nachhaltig gestärkt und ihre Einsatzbereitschaft erheblich verbessert, betonte der Minister. 

Rostocker Warntag: Hilfe zur Selbsthilfe

Am Samstag werden in Rostock um 11.00 Uhr die Sirenen heulen, um die Funktionsfähigkeit verschiedener Warnsysteme zu überprüfen. „Neben den technischen Abläufen kommt es aber natürlich auch darauf an, dass die Einwohnerinnen und Einwohner unserer Stadt wissen, wie sie sich im Fall des Falles verhalten sollten. Deshalb der Warntag“, sagte Finanzsenator Chris von Wrycz Rekowski. 

Der Warntag zielt laut Pressestelle der Berufsfeuerwehr Rostock nicht nur auf die „umfassende Erprobung des gesamten Warnprozesses“ ab, sondern es soll auch die Bevölkerung „sensibilisiert und informiert werden, damit sie im Notfall richtig reagieren kann“.