Schifffahrt: Leuchttürme als Navigationshilfe noch immer wichtig

Leuchttürme sind prägend für die Küstenregionen und ziehen zahlreiche Touristen an. Doch auch als Orientierungspunkte für Berufsschiffer und Freizeitskipper haben sie nicht ausgedient.
Leuchttürme als Navigationshilfen für die Schifffahrt sind auch in Zeiten von GPS, Radar und Co. noch unverzichtbar. „Als visuelle Schifffahrtszeichen tragen sie zur Sicherheit der Navigation und Positionsbestimmung bei, weil sie unabhängig von elektronischen und satellitengestützten Systemen sind“, sagte eine Sprecherin der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV).
Rund 200 Leuchttürme beziehungsweise Leuchtfeuer werden den Angaben zufolge an den deutschen Künsten und an den großen schiffbaren Flüssen als Schifffahrtszeichen genutzt. Sie seien Teil einer umfassenden Verkehrssicherung, sagte die WSV-Sprecherin.
Warnemünder Leuchtturm: 135 Stufen zum Panorama-Blick
In der Regel werden die Leuchten auf den Türmen eine Stunde vor Sonnenuntergang eingeschaltet und eine Stunde nach Sonnenaufgang ausgeschaltet. Einer der bekanntesten aktiven Leuchttürme steht in Warnemünde, wo er ein Wahrzeichen des Ostseebades ist. Der rund 30 Meter hohe Turm dient von See aber auch von Land aus als Orientierungspunkt.
Erbaut wurde der Leuchtturm in den Jahren 1897/98 aus weiß glasierten Ziegelsteinen. Jeweils am 1. Januar eines neuen Jahres erstrahlt der Turm zudem in einem ganz besonderen Licht. Zum „Warnemünder Turmleuchten“ kommen Zehntausende Besucher, um das neue Jahr mit Lasershow, Live-Musik und Feuerwerk rund um das schlanke Bauwerk zu begrüßen.
Eins haben alle Leuchttürme gemeinsam: Ihr Licht weist Schiffen den sicheren Weg, und auch tagsüber können sie als visuelle Navigationshilfe dienen. Sie markieren Fahrrinnen und dienen als Navigationspunkte für die Hochseeschifffahrt. Die Lichtsignale helfen den Seeleuten bis heute, die Position ihres Schiffes zu bestimmen. In Warnemünde versieht eine „Gürtelleuchte mit umlaufenden Vorlinsen“ ihren Dienst.
Leuchttürme, die auch im „Polit-Sprech“ gerne und oft als Begriff genutzt werden, sind aber mehr als nur Seezeichen. Auch Touristiker im Norden werben gerne mit Bildern von ihnen. Viele Leuchttürme stehen unter Denkmalschutz.
Auch der an der Westseite der Warnemünder Hafeneinfahrt gelegene Turm ist ein Baudenkmal. Er ist begehbar beziehungsweise über 135 Stufen der Rundtreppe bis zur Laterne zu erklimmen. Von oben bietet sich ein Rundblick auf Warnemünde, Ostsee, den angrenzenden Strand und die Hafeneinfahrt. Betrieben wird er vom Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V..
Den klassischen Leuchtturmwärter gibt es nicht mehr
Überwacht und gesteuert werden die Bauwerke von den Verkehrszentralen an den Küsten, wie die WSV-Sprecherin mitteilte. Diese Überwachung umfasse beispielsweise die Funktion des Leuchtmittels und die Kennungsgebung, die elektrische Energie und die Schaltung der Leuchttürme und Leuchtfeuer nach der astronomischen Uhr. Den klassischen Leuchtturmwärter gibt es seit vielen Jahren nicht mehr. In Warnemünde ging der letzte 1978 von Bord.
Auch neue Leuchttürme würden gebaut, sagte die WSV-Sprecherin: „Die nautische Bedeutung und Notwendigkeit bei den bestehenden Leuchttürmen ist groß, sodass beispielsweise bei Veränderungen von Fahrwassern Leuchttürme an anderen Orten gebaut werden müssen.“