Trockenheit und Feuer: Waldbrände in NRW: Experte sieht Folgen des Klimawandels

Mehrere Waldbrände machen der Feuerwehr in Nordrhein-Westfalen zu schaffen. Ein Experte sieht den menschengemachten Klimawandel hinter dem Problem.
Waldbrände im Oberbergischen, in Arnsberg oder in Iserlohn: Einem Experten zufolge begünstigt der Klimawandel auch in Nordrhein-Westfalen Flächenbrände in Wäldern. Zwar sei es normaler Frühlingstrend, dass es nach dem Winter „braun und trocken“ in den Wäldern zugehe, sagte Forstwissenschaftler und Feuerökologe Alexander Held am Samstag im „Morgenecho“ auf WDR 5. Aktuell falle das aber zusammen mit einer sehr stabilen trockenen Wetterlage, beeinflusst durch den Klimawandel.
Ist der Wald noch Biomasse oder schon Brennmaterial?
Klimatische Bedingungen seien entscheidend dafür, ob ein Wald Biomasse bleibe oder zu verfügbarem Brennmaterial werde, erläuterte der Experte, der in einem europäischen Forstinstitut mit Ableger in Bonn tätig ist. Wetterextreme wie langanhaltende stabile Hochdrucklagen – Zeichen des Klimawandels – sorgten dafür, dass Feuer auch in Wäldern in NRW Thema geworden seien. Grundsätzlich gelte mit Blick auf Waldbrand fördernde Faktoren: „Ursache ist vor allem der Mensch“, betonte Held.
Naturnahe Waldwirtschaft kommt mit dem Klimawandel besser klar
Zwar sind fast alle Wälder von Menschen gestaltete Kulturwälder, aber ein kleiner Urwaldbestand sei in Europa noch übrig, schilderte Feld im WDR. Diese Bestände kämen erstaunlich gut durch den Klimawandel. Waldbetriebe, die sich daran orientieren und eine naturnahe Waldwirtschaft betreiben – mit dem Ziel etwa eines möglichst feuchten, windstillen Innenklimas – sind bisher auch mit einem „blauen Auge“ davongekommen, wie der Wissenschaftler berichtete.
Auch in NRW hätten sich Waldbesitzer und Forstverwaltung angesichts von Trockenheit und Borkenkäferschäden schon seit Längerem einen Waldumbau auf die Fahnen geschrieben. Das sei aber eine Generationenaufgabe und gelinge mal sehr gut und mal eher schlecht.