US Open: Zverev schafft zweiten Schritt – Altmaier glückt Tennis-Coup

Alexander Zverev löst auch seine zweite Pflichtaufgabe bei den US Open. Fragen werfen seine Rückenbeschwerden auf. Überraschend folgt ihm ein weiterer Deutscher in die dritte Runde.
Nach der nächsten gelösten Pflichtaufgabe bei den US Open streifte sich Alexander Zverev sein Stirnband ab, lächelte erleichtert und teilte mit dem Publikum seinen Traum vom ersten Grand-Slam-Titel. Mit 6:4, 6:4, 6:4 gewann der Tennis-Olympiasieger ungefährdet gegen den Briten Jacob Fearnley. Zum siebten Mal in Serie zog Zverev damit beim abschließenden Grand-Slam-Turnier des Jahres in die dritte Runde ein.
Was er davon halte, wenn die Leute von den Großen Zwei reden, wurde Zverev dann im Siegerinterview in Anspielung an die Topfavoriten Jannik Sinner und Carlos Alcaraz gefragt. „Es ist okay, um ehrlich zu sein. Sie verdienen jede Anerkennung“, sagte der Hamburger. Er unterstrich: „Ich bin hier, um ihnen die Party zu verderben.“
Wie geht es dem Rücken?
Bis dahin liegt vor Zverev allerdings noch ein sehr weiter Weg. Gegen den Weltranglisten-60. Fearnley fehlte noch ein ganzes Stück zu seiner Topform und am Ende machte es Zverev noch einmal etwas spannender. Der US-Open-Finalist von 2020 führte im dritten Satz bereits mit 5:1, ließ den Briten aber herankommen und rackerte sich erst mit dem sechsten Matchball zum Sieg.
Zudem werfen Rückenbeschwerden Fragen auf. Der Australian-Open-Finalist bestätigte nach seinem Zweitrunden-Sieg, dass ihm der Rücken weiter Probleme bereite. Das werde sich die nächsten zwei Wochen auch nicht ändern. Auf die Frage, ob es etwas Muskuläres sei, antwortete Zverev mit Nein. Schon seit Wochen ist der Rücken ein Thema. Im Kampf um den Achtelfinaleinzug ist Zverev am Samstag gegen den Kanadier Felix Auger-Aliassime wieder im Einsatz.
Altmaier ringt Tsitsipas in fünf Sätzen nieder
Überraschend steht Daniel Altmaier in der dritten Runde. Der 26-Jährige aus Kempen rang in einem erneuten, packenden Fünf-Satz-Krimi den früheren Top-Ten-Spieler Stefanos Tsitsipas aus Griechenland 7:6 (7:5), 1:6, 4:6, 6:3, 7:5 nieder. Damit rundete er das bisher perfekte Abschneiden der Tennis-Herren bei den diesjährigen US Open mit seinem erstmaligen Drittrunden-Einzug in New York ab. Zuvor war auch schon Jan-Lennard Struff in die Runde der besten 32 eingezogen.
Zverev mit Unkonzentriertheiten
Zverev war mit dem Wissen über eine makellose Bilanz aus den zwei vorangehenden Matches gegen Fearnley in seine Partie gegangen. Anders als zum Auftakt der diesjährigen US Open gegen Alejandro Tabilo trat Zverev gegen den Briten nicht im größten Stadion, sondern im zweitgrößten Stadion der Tennis-Anlage, dem Louis Armstrong Stadium, an. Zverev legte sofort vor und nahm dem Außenseiter im ersten Spiel den Aufschlag ab.
Der 24 Jahre alte Fearnley war kein Kontrahent, der ihn ernsthaft gefährden konnte. Doch mit Unkonzentriertheiten brachte sich Zverev selbst in Schwierigkeiten. So verpasste es der Weltranglisten-Dritte, deutlicher davonzuziehen. Beim Stand von 5:3 zeigte Zverev zwar mit einem passgenauen Passierball aus dem Lauf seine Klasse und sicherte sich die ersten beiden Satzbälle. Doch er nutzte keine der zwei Chancen. Erst mit dem eigenen Service holte er sich den ersten Durchgang.
Zverev gibt Break in Satz zwei erst einmal wieder her
Der zweite Abschnitt begann wie der erste – mit einem Break für Zverev. Doch die deutsche Nummer eins leistete sich eine erneute Schwächephase, mit einem Doppelfehler gab er wenig später ebenfalls seinen eigenen Aufschlag ab. Aus einem 2:0 wurde ein 2:3. Fearnley hatte sich schon Mitte des ersten Satzes behandeln lassen, schien nun aber etwas besser im Spiel.
Im wechselhaften Verlauf des zweiten Satzes nahm Zverev dem Weltranglisten-60. allerdings schnell wieder den Schwung. Mit dem nächsten Break zum 4:3 ebnete er den Weg zum zweiten Satzgewinn.
Zverev war nicht mit sich zufrieden, haderte teilweise in Richtung seiner Box. Der dritte Abschnitt schien sich schnell zu einer klaren Angelegenheit zu entwickeln. Doch mit dem Rücken zur Wand stemmte sich Fearnley noch einmal gegen die Niederlage. Schon bei 5:1 vergab Zverev den ersten Matchball – und durfte dann erst nach 2:28 Stunden jubeln. „Er hat angefangen, unglaubliches Tennis zu spielen“, lobte Zverev seinen Kontrahenten. „Er hat es interessant gemacht am Ende.“
Altmaier: „Für Momente wie diese spiele ich Tennis“
Altmaier verwandelte nach 4:21 Stunden gegen Mitternacht (Ortszeit) seinen Matchball und ließ sich vor Freude auf den Boden fallen. Bei seiner vierten Teilnahme beim Grand-Slam-Turnier in New York steht er erstmals in der dritten Runde.
Im entscheidenden fünften Satz wehrte Altmaier beim Stande von 4:5 einen Matchball ab und glich zum 5:5 aus. Dann schwächelte Tsitsipas bei eigenem Aufschlag, auch ein Doppelfehler und eine verschlagene Vorhand des Griechen halfen Altmaier zum Sieg.
„Ich habe mein Herz hier auf dem Platz gelassen. Für Momente wie diese spiele ich Tennis“, sagte Altmaier. „Es ist schwierig zu beschreiben, wie ich mich fühle. Eine große Erleichterung.“