Neue Vorwürfe: Michael Waltz macht offenbar selben Fehler wie Hillary Clinton

Michael Waltz macht es wohl wie Hillary Clinton: Deren Email-Affäre nutzte Trump 2016 für den Wahlkampf. Nun soll auch Waltz private Mails für den Regierungsjob genutzt haben.
Dass Hillary Clinton die Wahl 2016 gegen Donald Trump verloren hat, hatte verschiedene Gründe. Einer der Hauptgründe war aber die Email-Affäre, über die die Frau des ehemaligen Präsidenten Bill Clinton stolperte. Kurz vor der Wahl wurde publik, dass sie in der Zeit als Außenministerin einen privaten Server nutzte, um Regierungsmails zu versenden.
Nur wenige Tage, bevor die Amerikaner an die Wahlurnen gingen, kündigte das FBI an, die Affäre zu untersuchen. Die Umfragewerte Clintons verschlechterten sich darauf um ein paar Prozentpunkte. Der Nutznießer, der die ganze Affäre genüsslich ausbreitete: Donald Trump. Nun schreibt die „Washington Post“, dass Teile der Trump-Regierung offenbar selbst private Mailaccounts nutzt, um Regierungsinformationen auszutauschen – allen voran der nationale Sicherheitsberater Michael Waltz.
Dass Waltz ein eigenes Verständnis von Sicherheit hat, ist spätestens klar, seitdem bekannt wurde, dass Regierungsmitglieder in einer Gruppe der Messenger-App „Signal“ geheime Militärinformationen besprochen haben. Die Gruppe, zu der auch aus Versehen ein Journalist hinzugefügt wurde, war von Michael Waltz gegründet worden.
Michael Waltz‘ Mitarbeiter soll Militärinfos via „Gmail“ verschickt haben
Die „Washington Post“ hat Einblick in Dokumente bekommen, die Teile des Mailverkehrs von Waltz‘ Mitarbeitern wiedergeben. Die Zeitung schreibt, dass einer der Angestellten „Gmail“ genutzt hat, um mit Kollegen einer anderen Regierungsbehörde Informationen über eine Waffentechnik und militärische Positionen in einem „laufenden Konflikt“ auszutauschen. „Gmail“ ist das Mailprogramm von Google. In Sachen Sicherheit gibt es an der Software immer wieder Kritik – insbesondere an der Verschlüsselung von E-Mails. „Signal“ gilt als deutlich sicherer.
Auch Waltz hat demnach „Gmail“ genutzt, allerdings für weniger sensible Informationen, schreibt die „Washington Post“ und bezieht sich auf Regierungsmitarbeiter, mit denen sie gesprochen hat. Zu diesen Informationen gehöre etwa Waltz‘ Terminkalender.
Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, dessen Chef Michael Waltz ist, sagte der „Washington Post“, dass er keinen Beweis für die Vorwürfe sehe. Wenn Waltz von Kontakten Emails erhalte, die Regierungsgeschäfte betreffen, leite er diese an seine Regierungsadresse weiter, da solche Emails zur Dokumentation archiviert werden müssten. „Waltz hat keine vertraulichen Informationen über einen offenen Account verschickt und er würde es auch nicht tun“, sagte der Sprecher.
Donald Trump wollte Michael Waltz angeblich feuern
Angesprochen auf den Mitarbeiter und der Waffentechnik sagte er lediglich, dass Angestellte angewiesen seien, „nur sichere Plattformen für vertrauliche Informationen“ zu nutzen.
Die Luft könnte für Michael Waltz nach den neuen Berichten trotzdem noch dünner werden. Der „Washington Post“ zufolge wollte Donald Trump ihn schon in der vergangenen Woche feuern, habe es aber nicht getan, um der „linken Presse“ damit keinen Sieg zu gönnen. An der „Signal“-Gruppe störte Trump demnach nicht, dass sie existierte und genutzt wurde, um geheime Militärpläne zu besprechen, sondern dass Waltz den Fehler gemacht hat, einen Journalisten hinzuzufügen.